Der neue Motor

FORD FOCUS 1.0 L ECO-BOOST: ÜBERRASCHEND GUTE LAUFKULTUR

Berlin (Weltexpress) - Dreizylinder-Motoren in der Kompaktklasse – unmöglich? Ford wagt es als erster großer Hersteller und stattet seinen Focus mit dem neuen 1,0-Liter-Eco-Boost-Motor aus. Knapp einen Liter Hubraum hat das Motörchen, dessen Grundfläche auf ein DIN-A4-Blatt passt. Deutlich sparsamer als die bisher eingesetzten Vierzylinder mit gut anderthalbfachem Hubraum sollen die kleinen Turbokraftwerke sein und zugleich temperamentvoller und kräftiger im Antritt. Gleich mit zwei Leistungsvarianten wird die neue Maschine angeboten: mit 100 PS/74 kW und mit 125 PS/92 kW. Wie man damit unterwegs ist, lesen Sie hier:

Dafür haben die Kölner Ingenieure mit Hilfe ihrer Entwickler in Aachen und Großbritannien eine Menge Hirnschmalz aufgewandt. Mit ein paar Kniffen haben die Ingenieure dem Aggregat Laufruhe und Sparmanieren beigebracht: Das ging nicht allein per Turbolader, variabler Nockenwellensteuerung und Benzindirekteinspritzung. Zur Geräuschdämmung laufen die beiden wichtigsten Antriebsriemen durch ein Ölbad und die Motorabdeckung wurde speziell ausgeschäumt. Andere Hersteller bekämpfen die bauartbedingten Vibrationen ihrer Dreizylinder durch eine Ausgleichswelle. Die zehrt aber an der Leistung und erhöht den Verbrauch. Bei Ford macht man es anders und gab der Schwungscheibe eine exakt kalkulierte Unwucht mit, die einem unrunden Lauf des Motors gezielt gegensteuert. Zusammen mit dem serienmäßigen Start-Stopp-System und einer per Kühlergrill-Jalousie erreichten Verkürzung der Warmlaufphase wird dem Motor weiteres Sparpotenzial mitgegeben. Gegenüber dem gleichstarken 1,6-Liter-Benziner glänzt der kleine Turbo mit einem um 0,9 Liter niedrigeren Verbrauch.

Leiser und vibrationsärmer als die bisher üblichen Benziner tritt unser 125-PS-/92-kW-Motor an. Da rüttelt nichts, da schüttelt nichts, da klingt auch nichts wie ein Rasenmähermotor. Wer nicht weiß, dass hier ein Dreizylinder am Werke ist, wird es auch dann nicht heraushören, wenn er die Ohren spitzt. Das Aggregat glänzt durch nahezu perfekte Laufkultur, nimmt völlig unaufdringlich seine Arbeit auf und kommt gleich kräftig zur Sache. In 11,3 Sekunden lässt er den 1,3 Tonnen schweren Focus auf Tempo 100 sprinten, schafft bis zu 193 km/h und hat dank der 170 Newtonmeter Drehmoment über ein breites Drehzahlband ordentliche Kraftreserven für Überholmanöver. Das alles mit nur 5,0 Liter Normverbrauch und einem CO2-Ausstoß von 114 g/km. Serienmäßig bringt der 125-PS-/92-kW-Benziner seine Kraft über ein gut abgestuftes Sechsganggetriebe auf die Straße. Die Preisliste des so ausgestatteten Focus beginnt bei 20.700 Euro. Das sind nur 200 Euro mehr als für den gleichstarken 1,6-Liter- Benziner.